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Iran - Busrundreise


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Hallo liebe Abenteurer,
bedenkt man das (teilweise negative) Bild, das wir uns hier von Iran (sie sagen es dort ohne "der") machen, ist die Reise recht unproblematisch verlaufen. Die Ein-/Ausreiseformalitäten verliefen geschäftlich-freundlich und zügig.
Wir hatten einen komfortablen modernen Reisebus, die Hotelqualität war durchweg gut und über die Verpflegung (Frühstück und Abendessen) konnte man auch nicht klagen.
 
Man muss lediglich ein paar Grundregeln einhalten: Zum einen gibt es einige Fotografierverbote (Soldaten, Polizisten, manche öffentliche Gebäude usw.), ansonsten konnte man alles fotografieren. Wenn mal nicht, hatte uns der iranische Führer das dann gesagt. Das andere ist die Kleidung. Damen müssen ab Einreise bis Ausreise ständig (außer im privaten Hotelzimmer) ein Kopftuch tragen. Das muss aber nicht schwarz sein und kann auch die vorderen Kopfhaare zeigen. In der Gruppe wurde das übrigens nicht als störend (eher interessant) empfunden, im übrigen stand das etlichen unserer Damen sogar ganz gut. Ansonsten trugen die Reisedamen die üblichen Hosen und meist eine etwas längere Bluse oder eine Art Überkleid. Die Herren durften keine kurzen Hosen tragen (was die meist älteren Herren aber ohnehin besser nicht tun sollten). Das war also alles unproblematisch.
 
Iranerinnen kleiden sich auf dem Lande und wenn sie zur älteren Generation gehören, eher traditionell schwarz und lang. Die jüngeren, vor allem in den Städten, haben die Vorschriften inzwischen etwas aufgelockert, da ist das Kopftuch schon etwas weiter nach hinten gerutscht und die Mäntelchen/Jacken sind kürzer geworden. Manche sehen damit sogar ganz adrett aus. Gesichtsschleier haben wir nicht gesehen. Man sieht schon viel schwarz, aber in den Städten und bei der Jugend auch schon einiges farbige, allerdings dezent. Ohne Kopftuch geht es aber nirgends.
 
Einer der nachhaltigsten Eindrücke der Reise ist die spürbare Offenheit und Freundlichkeit gegenüber Reisenden, Deutschen zumal, die sind dort nämlich im Gegensatz zu Engländern sehr geschätzt. Wir sind noch nirgends so oft angesprochen und um ein gemeinsames Foto gebeten worden. Ich glaube, die Menschen in Iran sehnen sich nach einem Ende der sie auch reisemäßig von der Außenwelt abschottenden Sanktionen und nach "Normalität". Ob das der religiösen Führung auch so passt, sei mal dahingestellt, es war aber deutlich spürbar. Die Jugend und hier auch stark die heute gut ausgebildeten jungen Frauen, wollen Veränderung, wollen "normal" leben, so wie junge Menschen in anderen Ländern eben auch.
 
Mehr als drei Jahrzehnte "Islamischer Staat" und die Sanktionspolitik haben natürlich Spuren hinterlassen. Der Autobestand z.B. könnte mal aufgefrischt werden und auch ansonsten sieht man "Investitionsstau", es gibt wohl auch Probleme mit Arbeitslosigkeit. Positiv ist andererseits, dass man sich persönlich sehr sicher fühlen kann. Wir hatten nirgends das Gefühl, das unsere Wertsachen gefährdet sein könnten. In den Basaren wurde man im Gegensatz zu anderen orientalischen Ländern auch nicht ständig angesprochen. Auf den Straßen sieht man auch keine Bettler oder "herumlungernde" Menschen.
 
Das Programm war dichtgedrängt und randvoll vor allem mit alter persischer Kultur, wunderschönen alten Moscheen und einigen interessanten Museen. Über politische und aktuelle religiöse Fragen wurde nicht gesprochen.
Dem schon etwas späten Mai-Termin geschuldet, was es ziemlich warm, besser heiß. Unser Reiseleiter hatte die Tage ziemlich "vollgepackt", 6.30 Uhr Wecken, 8.00 Abfahrt und meist erst gegen 20.00 Uhr Rückkehr ins Hotel, da wurde man schon gefordert.
Eine Stunde weniger Programm wäre auch noch gut gewesen, bei etwas mehr "mitteleuropäischem" Zeitmanagement wäre das auch gut gegangen. Etwas schwierig war die Verpflegung zwischendurch. Kleine Lokale Ode Cafés zwischendurch gab es selten und so musste hier manchmal improvisiert werden, was am Ende aber auch ging. Wer also ständig ein "Käffchen" trinken will, wird vergebens suchen. Alkoholtrinker kommen auch nicht auf ihre Kosten, gibt es nämlich nirgends. Kaffee, Tee, Wasser, Fruchtgetränke gab es aber reichlich.
 
Gemessen daran, wieviel Gedanken man sich im Vorfeld gemacht hat und was einem alles so an Befürchtungen entgegenschlug, wenn man von seinen Reiseplänen sprach, ist alles recht gut gelaufen. Ich kann die Reise daher uneingeschränkt für Menschen weiterempfehlen, die mal etwas neues, etwas anderes sehen wollen und die aufgeführten kleinen Einschränkungen nicht als lästig, sondern als interessant ansehen und sich tolerant an die dort geltenden Regeln halten. Dann lernt man ein großes, weites Land mit interessanten Landschaften, freundlichen Menschen und jahrtausendealter Kultur kennen.
 
Wir sind jedenfalls sehr froh, es gemacht zu haben (in der Nachbetrachtung, will ich nicht sagen "gewagt" zu haben, denn darüber müssten wir jetzt schmunzeln). Hat sich auf jeden Fall gelohnt und war eine sehr eindrucksvolle Reise.
 
(Ehepaar aus Münster)